5 Fragen an Sara Jermann und Angelika Leemann

Führung neu denken – Einführung in die Interviewreihe

Führung neu zu denken, ist heute wichtiger denn je. In Zeiten ständiger Veränderung und wachsender Komplexität brauchen Organisationen neue Wege, Verantwortung zu teilen und Potenziale zu entfalten. Genau hier setzt Co-Leadership an - ein Ansatz, der auf Vertrauen, gemeinsamer Verantwortung und gegenseitiger Unterstützung basiert.

Stefanie Junghans, Expertin für Co-Leadership und Gründerin von Junghans Consulting, begleitet Führungskräfte und Teams dabei, ihr Führungsverhalten grundlegend zu überdenken. Sie hilft ihnen, alte Denkmuster zu hinterfragen, moderne Führungsformen zu erproben und Co-Leadership Schritt für Schritt in der Praxis zu implementieren. Ihr Ziel ist es, Zusammenarbeit, Klarheit und Wirkung in der gemeinsamen Führung nachhaltig zu stärken.

Mit der Interviewreihe „5 Fragen an …“ hat Stefanie Junghans ein wiederkehrendes Format geschaffen, das es ermöglicht, von inspirierenden Persönlichkeiten zu lernen, die Co-Leadership und Shared Leadership bereits aktiv leben. In jedem Interview gibt es Einblicke in echte Praxisbeispiele, persönliche Erfahrungen und die konkrete Umsetzung von gemeinsamer Führung im Alltag.

Die LeserInnen profitieren dabei von praxisnahen Tipps, reflektierten Erkenntnissen und Impulsen, die sie direkt auf ihre eigene Führungsrealität übertragen können. Dieses Format bietet eine wertvolle Möglichkeit, sich weiterzubilden, neue Perspektiven kennenzulernen und zu verstehen, wie Co-Leadership ganz praktisch funktioniert.

In diesem Beitrag von „5 Fragen an …“ spricht Stefanie Junghans mit Sara Jermann (links) und Angelika Leemann (rechts), Co-CMOs der Rivella Group und Expertinnen mit tiefem Verständnis für moderne Führung und Co-Leadership in der Praxis. Gemeinsam beleuchten sie, wie Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingt und welche Erfahrungen den Weg zu echter geteilten Führung prägen.

Lesen Sie weiter und entdecken Sie, wie Co-Leadership und Shared Leadership Ihre Führungsarbeit transformieren und bereichern können.

Interview mit Sara Jermann und Angelika Leemann

In welcher Branche seid ihr tätig und auf welcher Hierarchieebene?

Wir arbeiten in der FMCG-Branche, im Bereich Getränke, und sind als Co-CMOs Teil der Geschäftsleitung der Rivella Group.

Wie ist euer Modell aufgebaut und wie teilt ihr euch auf?

Wir arbeiten im Co-Leadership-Modell – beide zu 80 Prozent – und überschneiden uns von Montag bis Mittwoch in der Anwesenheit. Wir verstehen uns als eine gemeinsame Rolle: Bei Abwesenheiten oder Unklarheiten können sich Mitarbeitende an eine von uns wenden, und ihr Anliegen wird aufgenommen.

Gleichzeitig haben wir uns im Alltag nach Themenbereichen aufgeteilt, um fokussierter zu arbeiten und für die Teams klare Ansprechpersonen zu haben. Angelika verantwortet die Bereiche Kommunikation und Eventmanagement, Sara leitet Produkte & Innovationen sowie Trademarketing.

Wichtig ist uns, dass diese Aufteilung nicht starr ist. So hat Sara beispielsweise in diesem Jahr eine Kommunikationskampagne begleitet, während Angelika eng in die Innovationspipeline eingebunden war. Das hilft uns, Arbeitsspitzen besser abzufedern und das gegenseitige Verständnis für die Themen der anderen zu stärken.

Was hat sich in eurem Leben verändert, seit ihr im Co-Leadership arbeitet?

Wir haben endlich einen Sparringpartner auf Augenhöhe, mit dem wir fachliche wie auch personelle Themen effizient und zielführend diskutieren können. Es ist eine Bereicherung, zwei Perspektiven auf ein Thema zu haben. Wir lernen voneinander und teilen Aufgaben entsprechend unseren Stärken.

Auch organisatorisch bringt das Modell Vorteile: Während Abwesenheiten – etwa in den Ferien – läuft das Tagesgeschäft reibungslos weiter. Entscheidungen verzögern sich nicht, und wir können unsere Auszeiten entspannter geniessen, weil wir wissen, dass die andere Person alles im Griff hat.

Welche Routinen und Strukturen helfen euch, Klarheit und Effizienz zu bewahren?

Ein enger Austausch ist für uns zentral. Oft telefonieren wir schon frühmorgens auf dem Weg zur Arbeit – die Autofahrt nutzen wir für Updates oder kurze Abstimmungen, manchmal auch am Abend auf dem Heimweg.

Wir führen gemeinsame OneNote-Notizbücher, um uns gegenseitig über wichtige Themen auf dem Laufenden zu halten, auch bei Abwesenheiten. Zudem achten wir bewusst auf Effizienz: Bei Meetings prüfen wir jeweils, ob die Anwesenheit beider wirklich nötig ist. In der Geschäftsleitung wechseln wir uns beispielsweise ab – vier Sitzungen übernimmt Angelika, vier Sara und vier bestreiten wir gemeinsam.

Was habt ihr voneinander gelernt?

Sehr vieles – das lässt sich kaum in ein paar Sätze fassen. Wir haben eine starke Vertrauensbasis und ähnliche Werte, bringen aber unterschiedliche Persönlichkeiten und Stärken ein. Diese Kombination ist unglaublich bereichernd. Wir kennen uns gut, haben schon früher zusammengearbeitet und uns auch mit Persönlichkeitstests und Assessments nochmals besser kennengelernt – das stärkt unsere Zusammenarbeit zusätzlich.

Bonusfrage: Was würdet ihr anderen empfehlen, die überlegen, ein Führungs-Tandem zu starten?

Ganz klar: Der persönliche Match ist entscheidend. Wir könnten uns nicht vorstellen, mit jemand völlig Fremdem in ein solches Modell zu starten. Gemeinsame Werte, gegenseitiges Vertrauen und offene Kommunikation sind das Fundament. Wenn diese Basis stimmt, kann Co-Leadership eine enorme Bereicherung sein – sowohl fachlich als auch menschlich.

Outro

Ein herzliches Dankeschön an Sara Jermann und Angelika Leemann für das offene und inspirierende Gespräch über Co-Leadership und Shared Leadership.Hier einige wichtige Erkenntnisse aus diesem Gespräch:

  • Co-Leadership passt zu jeder Rolle, auch als in der Geschäftsleitung ist Co-Leadership möglich.

  • Es kann hilfreich sein im Alltag, Aufgabenbereiche und feste Ansprechpartnerinnen für die Teams festzulegen und trotzdem ist es dabei möglich, flexibel zu bleiben und so Arbeitsspitzen abzufedern.

  • Eine enge Abstimmung im Tandem ist wichtig, es müssen aber nicht immer lange Gespräche sein, oft hilft schon ein Check-In bei der Autofahrt enorm.

Führung ist ein fortlaufender Lernprozess, und Co-Leadership lädt dazu ein, diesen Weg gemeinsam zu gestalten. Vielleicht haben Sie beim Lesen gespürt, welche Aspekte Sie in Ihrer eigenen Arbeit stärken oder verändern möchten. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um diese Impulse für Ihre eigene Führung zu reflektieren: Wie können Sie die vorgestellten Prinzipien von Co-Leadership und Shared Leadership wirksam in Ihrem Führungsalltag integrieren? Welche Herausforderungen oder Chancen ergeben sich für Sie und Ihr Team? Diese Reflexion ist ein wertvoller Schritt auf dem Weg zu moderner, geteilter Führung.

Stefanie Junghans, Expertin für Co-Leadership, unterstützt Führungskräfte und Teams dabei, diesen Wandel aktiv zu gestalten. Sie begleitet Unternehmen auf dem Weg zu nachhaltiger, geteilter Verantwortung und hilft, Co-Leadership gezielt zu implementieren - mit Klarheit, Struktur und Menschlichkeit. Mehr zu ihren Coaching-Angeboten und Beratungen finden Sie auf der Website von Junghans Consulting: HIER

Wenn Ihnen das Interview gefallen hat, freuen wir uns über Ihre Kommentare, den Austausch in den sozialen Medien (LinkedIn) oder das Weiterleiten an Interessierte. So tragen wir gemeinsam dazu bei, moderne Führungskultur weiter zu verbreiten und zu stärken.

Bleiben Sie dran für die nächsten spannenden Interviews in der Reihe „5 Fragen an …“ und tauchen Sie mit uns weiter ein in vielfältige Sichtweisen zu Co-Leadership, entdecken Sie praxisnahe Strategien und lassen Sie sich von Erfahrungsberichten anregen, neue Wege der Führung zu gehen.

Kontaktieren Sie Stefanie gerne, um individuelle Fragen zu klären oder ein persönliches Beratungsgespräch zu vereinbaren. Melden Sie sich außerdem für den Newsletter an, um regelmäßig neue Impulse, Veranstaltungen und Praxisberichte rund um Co-Leadership und Shared Leadership zu erhalten.

Weiter
Weiter

Vom Manager zur Führungspersönlichkeit: Welche Fähigkeiten sich wirklich verändern