5 Fragen an Gabriele Becker und Johannes Martens

Führung neu denken – Einführung in die Interviewreihe

Führung neu zu denken, ist heute wichtiger denn je. In Zeiten ständiger Veränderung und wachsender Komplexität brauchen Organisationen neue Wege, Verantwortung zu teilen und Potenziale zu entfalten. Genau hier setzt Co-Leadership an - ein Ansatz, der auf Vertrauen, gemeinsamer Verantwortung und gegenseitiger Unterstützung basiert.

Stefanie Junghans, Expertin für Co-Leadership und Gründerin von Junghans Consulting, begleitet Führungskräfte und Teams dabei, ihr Führungsverhalten grundlegend zu überdenken. Sie hilft ihnen, alte Denkmuster zu hinterfragen, moderne Führungsformen zu erproben und Co-Leadership Schritt für Schritt in der Praxis zu implementieren. Ihr Ziel ist es, Zusammenarbeit, Klarheit und Wirkung in der gemeinsamen Führung nachhaltig zu stärken.

Mit der Interviewreihe „5 Fragen an …“ hat Stefanie Junghans ein wiederkehrendes Format geschaffen, das es ermöglicht, von inspirierenden Persönlichkeiten zu lernen, die Co-Leadership und Shared Leadership bereits aktiv leben. In jedem Interview gibt es Einblicke in echte Praxisbeispiele, persönliche Erfahrungen und die konkrete Umsetzung von gemeinsamer Führung im Alltag.

Die LeserInnen profitieren dabei von praxisnahen Tipps, reflektierten Erkenntnissen und Impulsen, die sie direkt auf ihre eigene Führungsrealität übertragen können. Dieses Format bietet eine wertvolle Möglichkeit, sich weiterzubilden, neue Perspektiven kennenzulernen und zu verstehen, wie Co-Leadership ganz praktisch funktioniert.

Porträt von zwei Co-Leadern – geteilte Führung in Unternehmen

Co-Leadership bei SAP – Gabriele Becker und Johannes Martens im Interview.

In diesem Beitrag von „5 Fragen an …“ spricht Stefanie Junghans mit Gabriele Becker und Johannes Martens, VertriebsleiterInnen bei SAP – ExpertInnen mit tiefem Verständnis für moderne Führung und Co-Leadership in der Praxis. Gemeinsam beleuchten sie, wie Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingt und welche Erfahrungen den Weg zu echter geteilten Führung prägen.

Lesen Sie weiter und entdecken Sie, wie Co-Leadership und Shared Leadership Ihre Führungsarbeit transformieren und bereichern können.

Interview mit Gabriele Becker und Johannes Martens

Was hat euch beide inspiriert, Co-Leadership als Nachfolgelösung zu wählen?

Gabi: ich hatte nach 20 Jahren in verschiedenen Führungspositionen beschlossen, schrittweise mehr Fokus auf meine persönliche Zukunft (NEBEN der SAP) zu richten. Die SAP als innovatives Unternehmen hatte früh die Möglichkeiten neuer Arbeitsmodelle erkannt, es gab Sponsoren im obersten Management, wie damals Cawa Younosi - einen intellektuellen Vorreiter des Co-Leaderships. In Johannes hatte ich früh einen kongenialen Co-Lead Partner in meinem Team ausgemacht.

Johannes: Gabi. Gabi war meine Chefin und wir haben jahrelang sehr intensiv zusammengearbeitet. Zwischen uns stimmte die Chemie auf vielen Ebenen. Als Gabi mir vorschlug, das Team künftig gemeinsam zu führen, war ich erst mal baff. Was für eine Ehre. Und wie viele Menschen kommen proaktiv auf Dich zu und sagen: ich möchte diese Führung mit Dir teilen?

Was für eine Chance.

Was war der größte Vorteil des Co-Leaderships für euer Team und das Unternehmen?

Gabi: Die Kombination. Mich mit meiner langjährigen Erfahrung als Führungskraft und meiner Passion Menschen weiterzuentwickeln. Und Johannes mit seinem jugendlichen Esprit, seiner Professionalität und hands-on Mentalität.

Johannes: Auf jeden Fall. Und für das Unternehmen: zeigen, dass das geht und funktioniert. Auch in einem klassisch eher konservativen Bereich wie dem Vertrieb. SAP als modernes Unternehmen mit dem Mut zu Neuem!

Wie habt ihr es geschafft, unterschiedliche Führungsstile und Entscheidungsprozesse miteinander abzustimmen?

Johannes: Gabi und ich hatten und haben eine gemeinsame Wertebasis. Auf der wir agieren. Ohne diese gemeinsame Basis wären weder Gabi noch ich jemals in dieses Abenteuer gestartet, das ist wichtig.

Gabi: Genau. Darüber hinaus haben wir uns a) sehr, sehr regelmäßig miteinander ausgetauscht, (fast) täglich. Und Themen durchaus kontrovers diskutiert. Aber immer im Wissen: mit dem anderen darf ich frei und offen alles besprechen. Und im Endeffekt entscheiden wir gemeinsam und vertreten nach innen und aussen eine einzige Meinung.

Wie hat sich diese Erfahrung auf euer Persönliches Wachstum als Führungskraft ausgewirkt?

Gabi: „Loslassen“ und „Verantwortung abgeben“ waren für mich die größten Herausforderungen und gleichzeitig Entlastung. Endlich konnte ich mal Entscheidungen diskutieren. Das war eine neue Erfahrung und ein absoluter Mehrwert, der mich persönlich ebenfalls sehr viel lernen liess.

Johannes: Nach einem gemeinsamen Jahr in der Führungsrolle habe ich das Team übernommen. In diesen 365 Tagen habe ich wahnsinnig viel gelernt von Gabi. Was Menschenführung anbelangt, wie man Konflikte konstruktiv austrägt, sich intern positioniert… Ich könnte jetzt hier noch eine halbe Stunde weitererzählen. Noch heute gehe ich mit spezifischen Situationen zu Gabi und frage nach ihrer Einschätzung. Das sehe ich nicht als Schwäche sondern als Souveränität. An das gemeinsame Jahr mit Gabi werde ich mich ein Leben lang erinnern. Und der SAP und viel mehr noch Gabi immer für diese Chance dankbar sein.

Zauberwürfel, der die Worte "Figure it out" zeigt – als Symbol für Learning-by-doing beim Co-Leadership.

“Figure it out”: Mit diesen Tipps funktioniert Co-Leadership garantiert.

Welchen Rat würdet ihr anderen Organisationen geben, die Co-Leadership als Modell für die Nachfolgeplanung in Betracht ziehen?

Johannes: Machen! Aber vorbereitet. Es reicht nicht zwei fachlich tolle Leute zusammenzustecken und zu sagen: Ihr macht jetzt Co-Lead. Das müssen Menschen sein die zusammenpassen, mit einem zumindest ähnlichen Wertesystem. Die sich im besten Fall ergänzen. Und die sich auch der Tatsache bewusst sind, dass man nicht immer die eigene Meinung durchsetzen kann und muss. Neudeutsch würde man wohl sagen: 2 Personen mit einem Growth mindset, die über den Tellerrand hinausblicken.

Gabi: Grundsätzlich sind es vier Voraussetzungen: ein gemeinsames Wertesystem, der unbedingte Wille (die Motivation), die Managementunterstützung und die Vorbereitung. Wichtig ist aber auch, dass man offen, transparent, respekt- und vertrauensvoll miteinander LÖSUNGSORIENTIERT diskutiert. Und: nicht bei der ersten Hürde aufgibt, sondern auch ein Stück für die Überzeugung, dass es klappt, „kämpft“. 

Dann kann es nur erfolgreich werden.

Outro

Ein herzliches Dankeschön an Gabriele Becker und Johannes Martnes für das offene und inspirierende Gespräch über Co-Leadership und Shared Leadership.

Hier einige wichtige Erkenntnisse aus diesem Gespräch:

  • Gemeinsame Werte und Vertrauen sind die Basis: Co-Leadership funktioniert nur, wenn beide Führungskräfte ein ähnliches Wertesystem teilen und offen, respekt- und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

  • Ergänzende Stärken nutzen: Unterschiedliche Erfahrungen, Persönlichkeiten und Arbeitsstile können sich ideal ergänzen – das stärkt Team und Organisation nachhaltig.

  • Mut zum Loslassen und Lernen: Verantwortung abzugeben, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und voneinander zu lernen, fördert persönliches Wachstum und zeigt, dass neue Führungsmodelle erfolgreich sein können.

Führung ist ein fortlaufender Lernprozess, und Co-Leadership lädt dazu ein, diesen Weg gemeinsam zu gestalten. Vielleicht haben Sie beim Lesen gespürt, welche Aspekte Sie in Ihrer eigenen Arbeit stärken oder verändern möchten. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um diese Impulse für Ihre eigene Führung zu reflektieren: Wie können Sie die vorgestellten Prinzipien von Co-Leadership und Shared Leadership wirksam in Ihrem Führungsalltag integrieren? Welche Herausforderungen oder Chancen ergeben sich für Sie und Ihr Team? Diese Reflexion ist ein wertvoller Schritt auf dem Weg zu moderner, geteilter Führung.

Stefanie Junghans, Expertin für Co-Leadership, unterstützt Führungskräfte und Teams dabei, diesen Wandel aktiv zu gestalten. Sie begleitet Unternehmen auf dem Weg zu nachhaltiger, geteilter Verantwortung und hilft, Co-Leadership gezielt zu implementieren - mit Klarheit, Struktur und Menschlichkeit. Mehr zu ihren Coaching-Angeboten und Beratungen finden Sie auf der Website von Junghans Consulting: HIER

Wenn Ihnen das Interview gefallen hat, freuen wir uns über Ihre Kommentare, den Austausch in den sozialen Medien (LinkedIn) oder das Weiterleiten an Interessierte. So tragen wir gemeinsam dazu bei, moderne Führungskultur weiter zu verbreiten und zu stärken.

Bleiben Sie dran für die nächsten spannenden Interviews in der Reihe „5 Fragen an …“ und tauchen Sie mit uns weiter ein in vielfältige Sichtweisen zu Co-Leadership, entdecken Sie praxisnahe Strategien und lassen Sie sich von Erfahrungsberichten anregen, neue Wege der Führung zu gehen.

Kontaktieren Sie Stefanie gerne, um individuelle Fragen zu klären oder ein persönliches Beratungsgespräch zu vereinbaren. Melden Sie sich außerdem für den Newsletter an, um regelmäßig neue Impulse, Veranstaltungen und Praxisberichte rund um Co-Leadership und Shared Leadership zu erhalten.

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Geteilte Führung einführen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für HR & Führungskräfte