Co-Leadership starten: Mit den richtigen Fragen zur erfolgreichen Tandemführung

Die moderne Arbeitswelt verlangt neue, innovative Ansätze zur Führung. Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile von Co-Leadership - eine Führungsmethode, die Kooperation, Flexibilität und geteilte Verantwortung in den Vordergrund stellt.  Wenn Sie bereits wissen, warum Sie Co-Leadership spannend finden, stellt sich nun die entscheidende Frage: Wie beginne ich konkret mit Co-Leadership? Dieser Artikel bietet Ihnen eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, um erfolgreich in die Tandemführung einzusteigen, ohne unnötige Stolperfallen mitzunehmen.

Von der Selbstreflexion und der Suche nach einem Tandempartner bis hin zur Ausarbeitung eines gemeinsamen Fahrplans: Dieser Artikel gibt Ihnen praktische Tipps, um Ihren Einstieg in die Tandemführung strukturiert und erfolgreich zu gestalten - und zeigt, wie Sie Co-Leadership starten und nachhaltig etablieren. Sie erfahren, wie Sie sich Schritt für Schritt vorbereiten, typische Fallstricke umgehen und gemeinsam mit Ihrem Partner eine nachhaltige Basis für eine langfristig funktionierende Co-Leadership schaffen.

Bevor Sie in die Tandemführung eintauchen und Co-Leadership starten, sollten Sie sich ehrlich fragen, ob diese Art der Führung für Sie geeignet ist. Der Schlüssel liegt in der Selbstreflexion - eine Phase, die oft unterschätzt wird, jedoch entscheidend für den langfristigen Erfolg ist. Viele gescheiterte Tandemversuche scheitern nicht an fehlender Kompetenz, sondern daran, dass wichtige Fragen im Vorfeld nicht geklärt wurden.

Schritt 1: Die richtigen Fragen stellen - Selbstreflexion vor dem und Co-Leadership starten

Bevor Sie in die Tandemführung eintauchen und Co-Leadership starten, sollten Sie sich ehrlich fragen, ob diese Art der Führung für Sie geeignet ist. Der Schlüssel liegt in der Selbstreflexion - eine Phase, die oft unterschätzt wird, jedoch entscheidend für den langfristigen Erfolg ist. Viele gescheiterte Tandemversuche scheitern nicht an fehlender Kompetenz, sondern daran, dass wichtige Fragen im Vorfeld nicht geklärt wurden.

Warum ist Selbstreflexion so wichtig, bevor Sie Co-Leadership starten?
Sie bietet die Gelegenheit, die eigenen Stärken, Schwächen, Bedürfnisse und Erwartungen in Bezug auf Führungsaufgaben klar zu identifizieren. Durch ehrliche Selbstbefragung können Sie sich besser auf die Zusammenarbeit im Tandem vorbereiten und Missverständnissen vorbeugen.

Praktische Reflexionsfragen für Ihren Start ins Co-Leadership starten:

  • Bin ich bereit, Macht und Sichtbarkeit zu teilen? Co-Leadership heißt, Verantwortung zu teilen und Erfolge gemeinsam zu feiern. Sind Sie bereit, Ihren Einfluss zu teilen und sich sichtbar mit einem Partner zu zeigen?

  • Was ist meine intrinsische Motivation? Warum möchte ich Co-Leadership starten? Geht es um mehr Flexibilität (z.B. als Elternteil), um den Wunsch nach Wissensweitergabe (z.B. Senior Leader) oder um eine nachhaltige Arbeitsweise (z.B. High Performer mit Burnout-Erfahrung)?

  • Kann ich mit Konflikten umgehen? Konflikte sind unvermeidlich - wie gehen Sie damit um? Sind Sie bereit, offen und konstruktiv zu kommunizieren?

  • Welche Werte und welches Führungsverständnis bringe ich mit? Wie definiere ich gute Führung? Welche Werte sind mir wichtig? Wie möchte ich führen und wie soll mein Tandempartner das ergänzen?

Tool-Tipp:

Halten Sie Ihre Antworten in einem Journal oder Reflexionsfragebogen fest. Nutzen Sie digitale Tools wie Notion, um Ihre Erkenntnisse zu dokumentieren. Diese Reflexion ist eine solide Grundlage, wenn Sie Co-Leadership starten.

Beispiel-Personas für den Co-Leadership starten:

  • Eine junge Führungskraft mit kleinen Kindern, die mehr Flexibilität sucht, etwa um Arbeit und Familie leichter zu vereinbaren, ohne auf Karriere zu verzichten. 

  • Ein erfahrener Leader, der als Senior sein Wissen weitergeben und von neuen Perspektiven profitieren möchte, etwa als Mentor für jüngere Mitarbeitende. 

  • Ein High Performer, der wegen Burnout ein nachhaltigeres Modell für sich sucht, um weiterhin wirksam zu bleiben, ohne die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

  • Eine Managerin, die Lust auf Innovation und interdisziplinäres Arbeiten hat, weil Einzelentscheidung nicht mehr zu ihrem Führungsstil passen.

  • Ein Teamleiter, der Teamarbeit liebt und inspirierende Zusammenarbeit über das klassische Hierarchiedenken stellt.

Schritt 2: Den passenden Tandempartner finden und Co-Leadership starten

Nach der Selbstreflexion folgt der nächste entscheidende Schritt—die Suche nach einem geeigneten Tandempartner, mit dem Sie Co-Leadership starten können. Die richtige Wahl der Person ist der Grundstein für eine funktionierende Tandemführung.

Kriterien für einen passenden Tandempartner zum Co-Leadership starten:

  • Gemeinsame Werte und Leadership-Verständnis: Klären Sie im Vorfeld, wie Sie z.B. Autorität, Empowerment und Mitarbeiterentwicklung sehen.

  • Gegenseitiges Vertrauen und Konfliktfähigkeit: Offenheit und die Fähigkeit, Konflikte konstruktiv zu lösen, sind essenziell.

  • Ergänzende Kompetenzen: Unterschiedliche Stärken und Erfahrungen machen das Tandem vielfältig und leistungsfähig.

Praktische Fragen fürs erste Tandemgespräch beim Co-Leadership starten:

  • Was motiviert dich für Co-Leadership und was möchtest du damit erreichen?

  • Was brauchst du, um dich im Tandem sicher zu fühlen?

  • Wie möchtest du Entscheidungen treffen?

  • Wie stellst du dir die Aufteilung der Aufgaben vor?

Wo suchen?

a) Interne Netzwerke
Austausch mit HR-Abteilungen oder Teilnahme an unternehmensinternen Programmen für Jobsharing. Fordern Sie Informationen zu offenen Tandemstellen ein oder initiieren Sie selbst Gesprächsrunden mit Interessierten.

b) Externe Plattformen
Online-Datebanken, wie JobTwins, TWISE, der Jobsharing Hub oder LinkedIn Groups. Wichtig: Setzen Sie auf professionelle und regelmäßige Kommunikation, um nachhaltige Kontakte zu knüpfen.

c) Persönliche Kontakte
Nutzen Sie Ihr eigenes Netzwerk, fragen Sie in Fachgruppen, auf Branchenevents oder Konferenzen nach Empfehlungen. Persönliche Empfehlungsschreiben oder gemeinsame Projekte können helfen, Vertrauen und Verbindlichkeit herzustellen.

Praxis-Tipp:

Erstellen Sie ein Kurzprofil mit Ihrer Vision und Ihren Werten - zum Beispiel eine persönliche „Co-Leadership-Visitenkarte“ oder ein knackiges Bewerbungsdokument. Beschreiben Sie darin Ihre Ziele, Kompetenzen und was Sie sich vom Tandem wünschen. Diese Unterlagen können Sie proaktiv versenden oder bei Plattformen einstellen.

Schritt 3: Das Tandem formen & den gemeinsamen Weg planen - Co-Leadership starten in der Praxis

Es gibt verschiedene Ausgangssituationen für Tandemführungen - vom gemeinsamen Bewerben auf eine ausgeschriebene Tandemstelle über interne Umstrukturierungen bis zum Neugestalten einer bestehenden Rolle.Entscheidend ist die Bereitschaft, gemeinsam Pläne zu schmieden, Erwartungen transparent zu machen und die organisatorischen Rahmenbedingungen zu klären, wenn Sie Co-Leadership starten.

Drei Wege, um Co-Leadership zu starten:

1. Beworbene Tandem-Stelle: Vielfach schreiben Unternehmen Führungsstellen gezielt für Tandems aus. Bewerben Sie sich gemeinsam und heben Sie in der Bewerbung die Vorteile für Arbeitgeber und Team hervor.
2. Initiativbewerbung: Schlagen Sie Ihrer Führungskraft das Tandem-Modell vor, auch wenn die Rolle bisher nur einzeln ausgeschrieben war. Argumentieren Sie mit Effizienz, Innovationskraft und Resilienz.
3. Rekrutierung: In größeren Unternehmen oder Beratungsfirmen werden Tandem-Führungen aktiv eingesetzt und Tandemteams gezielt zusammengestellt. Nutzen Sie diese Angebote!

Gemeinsame Bewerbungsunterlagen:

  • Gemeinsames Motivationsschreiben: Erklären Sie, warum Sie als Tandem zusammenarbeiten wollen und welchen Mehrwert Sie bieten.

  • Lebensläufe: Stellen Sie Ihre individuellen Kompetenzen und Erfahrungen dar.

  • Operating Model: Beschreiben Sie Arbeitszeiten, Erreichbarkeit, Kommunikationsregeln und Entscheidungsprozesse.

Praxis-Tipp:

Bereiten Sie einen überzeugenden Business Case vor, der den Nutzen für das Unternehmen klar macht. Zeigen Sie auf, wie Sie die Rolle gemeinsam gestalten und welche Vorteile das Team und die Führungskraft davon haben.

Schritt 4: Vorbereitung auf die Praxis - Konflikte & Kommunikation meistern

Ein gemeinsames Operating Model ist das Fundament jeder erfolgreichen Tandemführung. Junghans Consulting hat verschiedene Operating Models für unterschiedliche Situationen entwickelt und unterstützt Co-Leadership-Tandems dabei, das passende Modell zu finden. So wird Klarheit geschaffen und Konflikten vorgebeugt.

Zentrale Elemente des Operating Models

  • Arbeitszeiten und Erreichbarkeit: Wer ist wann erreichbar? Wie wird die Arbeitszeit aufgeteilt?

  • Kommunikationsregeln: Welche Kanäle nutzen Sie? Wie oft tauschen Sie sich aus?

  • Entscheidungsprozesse: Wie treffen Sie Entscheidungen? Wer hat in welchen Bereichen das letzte Wort?

  • Vertretungsregeln: Wie vertreten Sie sich gegenseitig bei Abwesenheit?

Typische Herausforderungen in der Tandemführung

  • Streitigkeiten und Reibereien: Unterschiedliche Arbeitsstile, Prioritäten oder Kommunikationsweisen führen zu Meinungsverschiedenheiten. Frühzeitige Klärung hilft, Konflikte schnell und konstruktiv zu lösen.

  • Verantwortungsdiffusion: Unklare Aufgabenverteilung kann dazu führen, dass wichtige Themen liegen bleiben. Nutzen Sie Aufgaben- und Kompetenzmatrix zur Klarheit!

  • Ungleichgewicht bei Sichtbarkeit: In Meetings oder bei Erfolgen wird oft nur einer wahrgenommen. Vereinbaren Sie, wie Sie sich gegenseitig sichtbar machen—z.B. wechselseitige Vorstellung in Meetings.

Lösungsansätze

  1. Regelmäßige Retrospektiven und Check-ins: Vereinbaren Sie wöchentliche oder mindestens monatliche Gespräche über die Zusammenarbeit. Nutzen Sie Leitfragen wie „Was lief gut? Was war herausfordernd?“

  2. Offene Feedbackgespräche: Feedback ist nicht nur Kritik, sondern auch Anerkennung. Feiern Sie gemeinsam Erfolge und sprechen Sie offen über Verbesserungspotential.

  3. Gemeinsame Rituale: Diese fördern Teamgeist und Zusammenhalt—das kann ein gemeinsames Frühstück, ein festes Montagsmeeting oder Team-Building-Events sein.

  4. Externe Moderation: Bei anhaltenden Konflikten ziehen Sie Coaching oder Mediation hinzu.

Die kritischen ersten 6 Monate

Die Anfangszeit in einer Tandemführung entscheidet oft über den langfristigen Erfolg. Typische Stolpersteine umfassen:

  • Unklare Verantwortlichkeiten, die zu Missverständnissen und Frustrationen führen 

  • Unterschiedliche Kommunikationsstile, die Abstimmungen erschweren 

  • Ungleichgewicht in der Sichtbarkeit, wenn z. B. einer von beiden bei wichtigen Projekten auffälliger präsent ist 

  • Zeitdruck, der zu Kurzschlusshandlungen führen kann 

  • Überhöhte Erwartungen, die sich nicht sofort erfüllen lassen 

Ein regelmäßiger Austausch zu diesen Themen hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Nutzen Sie Coaching, Supervision oder externe Unterstützungsangebote, um Perspektiven von außen einzubeziehen.

5. Fazit: Ihr Einstieg ins Co-Leadership starten

Der Erfolg von Co-Leadership liegt in der Vorbereitung. Mit einer strukturierten Selbstreflexion, einem passenden Tandempartner, einer klaren Rollenaufteilung und der Etablierung von Kommunikations- und Konfliktlösungsmechanismen sind Sie bestens aufgestellt, um Co-Leadership zu starten. Seien Sie sich bewusst, dass die ersten Monate eine Lern- und Anpassungsphase darstellen—mit einem guten Plan und der nötigen Offenheit wird diese zu einer wertvollen Basis für eine langfristige, nachhaltige Führung.

Für eine wirklich effektive Co-Leadership-Reise empfiehlt es sich, von erfahrenen Profis begleitet zu werden, die Sie gezielt unterstützen und durch den Prozess führen. Junghans Consulting steht Ihnen hierbei als kompetenter Partner zur Seite - wir begleiten Sie auf Ihrem Weg zu erfolgreichem Co-Leadership zu starten.

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Wie flexibel ist Co-Leadership wirklich?