5 Fragen an Alexander Gold

Führung neu denken – Einführung in die Interviewreihe

Führung neu zu denken, ist heute wichtiger denn je. In Zeiten ständiger Veränderung und wachsender Komplexität brauchen Organisationen neue Wege, Verantwortung zu teilen und Potenziale zu entfalten. Genau hier setzt Co-Leadership an - ein Ansatz, der auf Vertrauen, gemeinsamer Verantwortung und gegenseitiger Unterstützung basiert.

Stefanie Junghans, Expertin für Co-Leadership und Gründerin von Junghans Consulting, begleitet Führungskräfte und Teams dabei, ihr Führungsverhalten grundlegend zu überdenken. Sie hilft ihnen, alte Denkmuster zu hinterfragen, moderne Führungsformen zu erproben und Co-Leadership Schritt für Schritt in der Praxis zu implementieren. Ihr Ziel ist es, Zusammenarbeit, Klarheit und Wirkung in der gemeinsamen Führung nachhaltig zu stärken.

Mit der Interviewreihe „5 Fragen an …“ hat Stefanie Junghans ein wiederkehrendes Format geschaffen, das es ermöglicht, von inspirierenden Persönlichkeiten zu lernen, die Co-Leadership und Shared Leadership bereits aktiv leben. In jedem Interview gibt es Einblicke in echte Praxisbeispiele, persönliche Erfahrungen und die konkrete Umsetzung von gemeinsamer Führung im Alltag.

Die LeserInnen profitieren dabei von praxisnahen Tipps, reflektierten Erkenntnissen und Impulsen, die sie direkt auf ihre eigene Führungsrealität übertragen können. Dieses Format bietet eine wertvolle Möglichkeit, sich weiterzubilden, neue Perspektiven kennenzulernen und zu verstehen, wie Co-Leadership ganz praktisch funktioniert.

Alexander Gold (rechts) und Stefan Kiesel (links)

In dem Format „5 Fragen an …“ spricht Stefanie Junghans mit Alexander Gold, Leiter der Software-Entwicklungsabteilung bei der bei der Lebensversicherung von 1871 a. G. München gemeinsam mit Stefan Kiesel — Experten mit tiefem Verständnis für moderne Führung und Co-Leadership in der Praxis. Gemeinsam beleuchten sie, wie Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingt und welche Erfahrungen den Weg zu echter geteilten Führung prägen.

Lesen Sie weiter und entdecken Sie, wie Co-Leadership und Shared Leadership Ihre Führungsarbeit transformieren und bereichern können.

Interview mit Alexander Gold

In welcher Branche und auf welcher Hierarchieebene seid ihr tätig? Mit wem arbeitest du zusammen?

Alex: Ich arbeite in der Versicherungsbranche bei der Lebensversicherung von 1871 a. G. München. Ich bin seit 25 Jahren Führungskraft. Gemeinsam mit Stefan Kiesel leite ich seit drei Jahren unsere Software-Entwicklungsabteilung im Co-Leadership auf der zweiten Hierarchieebene unterhalb der IT-Bereichsleitung und des Vorstands. Zusammen sind wir für knapp 80 Mitarbeitende verantwortlich, die wir beide disziplinarisch führen.

Wie ist euer Modell aufgebaut? Wie teilt ihr euch auf?

Alex: Wir arbeiten als Führungstandem, das heißt, wir arbeiten aufgrund der großen Führungsspanne beide in Vollzeit. Dabei teilen wir uns die Mitarbeitenden nicht strikt auf, sondern jeder ist für alle da. Unsere Aufgaben teilen wir in bestimmte Kategorien ein. Manche Themen übernimmt spontan derjenige, der schneller verfügbar ist. Andere rotieren wir monatlich, wie z. B. Ticketbearbeitung und Vertragsbearbeitung, damit keiner die dafür notwendigen Fähigkeiten verliert und den anderen jederzeit vertreten kann, wenn er einmal ausfällt. Größere oder schwierigere Themen wie z. B. Personalstrategie und Veränderungen durch KI entscheiden wir gemeinsam.

Wie haben die Mitarbeitenden auf die geteilte Führung reagiert?

Alex: Anfangs war die Reaktion neutral bis vorsichtig. Viele waren unsicher und wussten nicht so richtig, wie sie die Situation einordnen sollten, vor allem in der Zeit, als die Zusammenarbeit überwiegend remote stattfand. Mittlerweile schätzen die Mitarbeitenden es sehr, dass wir Anliegen, Entscheidungen und Führungsaufgaben jederzeit schnell und in gleichbleibend hoher Qualität bearbeiten können.

Wie habt ihr unterschiedliche Führungsstile und Entscheidungsprozesse abgestimmt?

Alex: Ich habe bereits im Auswahlprozess besonders auf den kulturellen Aspekt, die Werte und die Einstellung zur Führung geachtet. Wir haben ein Assessment Center entwickelt, und ich konnte die Entscheidung mit beeinflussen. So habe ich Stefan gefunden, bei dem es von Anfang an sehr gut gepasst hat und mit dem ich einen ähnlichen Blick auf Menschen und Führung teile. Das heißt, ich habe schon bei der Auswahl des Tandempartners darauf geachtet, dass unsere Führungsstile und Werte zueinander passen. Außerdem hat uns der Kick-off-Workshop direkt zu Beginn sehr dabei geholfen, unsere Werte und unsere Vision zu schärfen sowie offen über Stärken und Schwächen zu sprechen.

Welche Tipps habt ihr für Teams, die Co‑Leadership einführen wollen?

Alex: Der erste Tipp ist, sich zunächst selbst zu reflektieren und zu überlegen, ob Co-Leadership überhaupt das richtige Modell für einen ist. Dann ist es wichtig, wenn möglich bereits im Recruiting eingebunden zu sein und das Assessment Center gezielt auf die Anforderungen der Tandemarbeit auszurichten. Als Drittes würde ich einen Kick-off-Workshop empfehlen. Wir haben damals zwei Tage dafür eingeplant, um Werte, Ziele und Erwartungen zu klären und gemeinsam festzulegen.

Was uns außerdem hilft und was wir seit Beginn praktizieren, sind wiederkehrende Rituale für den Austausch. Wir machen Check-ins und Check-outs, also jeweils zu Beginn und zum Ende der Woche. Die Check-ins nutzen wir, um die Woche gemeinsam vorzubereiten, Prioritäten abzustimmen und mögliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. In den Check-outs reflektieren wir die Woche und betrachten, welchen Wert wir im Sinne unserer gemeinsamen Vision geschaffen haben. Darüber hinaus nehmen wir uns einmal im Monat einen ganzen Tag Zeit, an dem wir uns bewusst zurückziehen und wichtige strategische oder größere Themen besprechen.

Abschließend möchte ich noch mitgeben, dass es wichtig ist, die Mitarbeitenden und das Unternehmen insgesamt gut mitzunehmen. Aus unserer Sicht gehört dazu, das Modell transparent zu machen, darüber zu sprechen und zu erklären, wie die Zusammenarbeit im Führungstandem funktioniert.

Outro

Ein herzliches Dankeschön an Alexander Gold für das offene und inspirierende Gespräch über Co-Leadership und Shared Leadership.

Hier einige wichtige Erkenntnisse aus diesem Gespräch:

  • Co-Leadership funktioniert besonders dann gut, wenn Führungsverständnis, Werte und Haltung der Tandempartner zueinander passen und bereits bei der Auswahl berücksichtigt werden.

  • Eine klare Struktur mit flexibler Aufgabenverteilung, gemeinsamen Entscheidungen und regelmäßigen Austauschformaten schafft Verlässlichkeit und ermöglicht gleichzeitig gegenseitige Vertretung.

  • Transparenz gegenüber den Mitarbeitenden ist entscheidend: Wenn klar ist, wie das Führungstandem zusammenarbeitet und Entscheidungen trifft, kann aus anfänglicher Unsicherheit Akzeptanz und Vertrauen entstehen.

Führung ist ein fortlaufender Lernprozess, und Co-Leadership lädt dazu ein, diesen Weg gemeinsam zu gestalten. Vielleicht haben Sie beim Lesen gespürt, welche Aspekte Sie in Ihrer eigenen Arbeit stärken oder verändern möchten. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um diese Impulse für Ihre eigene Führung zu reflektieren: Wie können Sie die vorgestellten Prinzipien von Co-Leadership und Shared Leadership wirksam in Ihrem Führungsalltag integrieren? Welche Herausforderungen oder Chancen ergeben sich für Sie und Ihr Team? Diese Reflexion ist ein wertvoller Schritt auf dem Weg zu moderner, geteilter Führung.

Stefanie Junghans, Expertin für Co-Leadership, unterstützt Führungskräfte und Teams dabei, diesen Wandel aktiv zu gestalten. Sie begleitet Unternehmen auf dem Weg zu nachhaltiger, geteilter Verantwortung und hilft, Co-Leadership gezielt zu implementieren - mit Klarheit, Struktur und Menschlichkeit. Mehr zu ihren Coaching-Angeboten und Beratungen finden Sie auf der Website von Junghans Consulting: HIER

Wenn Ihnen das Interview gefallen hat, freuen wir uns über Ihre Kommentare, den Austausch in den sozialen Medien (LinkedIn) oder das Weiterleiten an Interessierte. So tragen wir gemeinsam dazu bei, moderne Führungskultur weiter zu verbreiten und zu stärken.

Bleiben Sie dran für die nächsten spannenden Interviews in der Reihe „5 Fragen an …“. Tauchen Sie mit uns weiter ein in vielfältige Sichtweisen zu Co-Leadership, entdecken Sie praxisnahe Strategien und lassen Sie sich von Erfahrungsberichten anregen, neue Wege der Führung zu gehen.

Kontaktieren Sie Stefanie gerne, um individuelle Fragen zu klären oder ein persönliches Beratungsgespräch zu vereinbaren. Melden Sie sich außerdem für den Newsletter an, um regelmäßig neue Impulse, Veranstaltungen und Praxisberichte rund um Co-Leadership und Shared Leadership zu erhalten.

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Co-Leadership in der Praxis: Wie Tandems im Unternehmensumfeld erfolgreich arbeiten