Wie überzeuge ich Vorstand oder CEO von Co-Leadership?

In vielen Unternehmen gewinnt Co-Leadership zunehmend an Bedeutung. Vorstände und CEOs stehen vor komplexen Herausforderungen, und Co-Leadership bietet einen neuen Weg, diesen Herausforderungen zu begegnen. In diesem Artikel erfahren HR-Verantwortliche, Transformation Leaders und moderne Organisationen, wie sie Top-Entscheider davon überzeugen können, dass Co-Leadership ein strategischer Vorteil ist.

Warum ist Co-Leadership für Vorstände heute ein strategischer Vorteil?

Die Geschäftswelt hat sich fundamental verändert. Märkte entwickeln sich schneller, Innovationszyklen verkürzen sich und der Kampf um Talente intensiviert sich. In diesem Umfeld suchen Vorstände nach Lösungen, die echte strategische Vorteile bringen. Co-Leadership ist eine solche Lösung.

Für CEOs stehen heute vier Prioritäten im Fokus: Kosteneffizienz, Produktivität, Innovation und Employer Branding. Co-Leadership adressiert alle vier Bereiche gleichzeitig. Zudem steigt die Entscheidungsqualität durch diverse Perspektiven signifikant.

Die Marktkomplexität erfordert neue Führungsansätze. Bei Co-Leadership muss nicht mehr eine Person alle Antworten haben. Stattdessen profitieren Organisationen davon, wenn zwei Führungskräfte ihre Kompetenzen bündeln, Entscheidungen absichern und kontinuierliche Verfügbarkeit gewährleisten.

Menschen sitzen an einem großen Verhandlungstisch – Diskussion über die Einführung von Co-Leadership im Unternehmen.

Wie man den Vorstand überzeugt: Co-Leadership klar und strategisch präsentieren.

Welche Einwände bringen Vorstände typischerweise vor - und wie können Sie sie entkräften?

Vorstände haben berechtigte Fragen, wenn es um Co-Leadership geht. Diese Einwände ernst zu nehmen und fundiert zu entkräften, ist der Schlüssel zum Erfolg.

„Zwei Führungskräfte = höhere Personalkosten"

Auf den ersten Blick erscheint Co-Leadership teurer. Doch die Rechnung ist komplexer. 

  • Unternehmen sparen durch geringere Fluktuation erhebliche Kosten.Bei geteilter Führung sinkt das Risiko, dass beide Positionen gleichzeitig vakant werden, drastisch.

  • Hinzu kommen geringere Fehlzeiten. Wenn eine Führungskraft ausfällt, übernimmt die andere nahtlos. Das sichert stabile Produktivität und verhindert teure Stillstände. 

  • Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter wird ebenfalls effizienter, da immer eine Ansprechperson verfügbar ist. Die Vertretungsfähigkeit zahlt sich aus.

„Mehr Abstimmung, mehr Aufwand, langsamere Entscheidungen"

Dieser Einwand basiert auf der Annahme, dass mehr Köpfe automatisch mehr Zeit bedeuten.  Die Realität des Co-Leadership zeigt jedoch das Gegenteil. 

  • Co-Leadership führt zu qualitativ besseren Entscheidungen, weil verschiedene Perspektiven blinde Flecken reduzieren. Fehlinvestitionen und strategische Irrtümer werden vermieden.

  • Entscheidungen werden nachhaltiger getroffen. Statt schneller Bauchentscheidungen entstehen fundierte Strategien, die langfristig Risiken minimieren. 

  • Ein klares Operating Model mit definierten Rollen und Verantwortlichkeiten vermeidet Redundanzen. Wenn beide Führungskräfte wissen, wer wofür zuständig ist, entsteht keine Doppelarbeit, sondern produktive Arbeitsteilung.

„Co-Leadership ist auf Top-Level nicht praktikabel"

Gerade auf der obersten Führungsebene zeigt sich der Mehrwert von Co-Leadership besonders deutlich. In hochkomplexen Situationen profitieren Organisationen von zwei Perspektiven. Die Herausforderungen auf C-Level sind zu vielschichtig, als dass eine einzelne Person alle Facetten überblicken könnte.

  • Zwei Führungskräfte bedeuten weniger Fehlentscheidungen. Wenn strategische Weichenstellungen anstehen, minimiert die doppelte Absicherung teure Fehler. 

  • Außerdem profitiert die Top-Ebene besonders von Vertretungsfähigkeit. Wenn der CEO ausfällt, steht das gesamte Unternehmen nicht still - der Co-Leader sichert die Handlungsfähigkeit.

„Das passt nicht zu unserer Unternehmenskultur"

Kultur ist veränderbar und entwicklungsfähig. Co-Leadership stärkt aktiv eine Kultur von Agilität, Transparenz und Innovation. 

  • Statt starrer Hierarchien entstehen flexible Strukturen, die schneller auf Marktveränderungen reagieren können. Das macht Unternehmen future-ready.

  • Zudem steigert geteilte Führung die Arbeitgeberattraktivität erheblich. Hochqualifizierte Talente suchen nach modernen Führungsmodellen und wertschätzen Organisationen, die neue Wege gehen.

  • Eine Kulturanpassung lässt sich durch einen gut begleiteten Piloten realisieren, ohne das gesamte Unternehmen sofort umzukrempeln. Moderne Führung wird so schrittweise etabliert.

  • Eine Kulturanpassung lässt sich durch einen gut begleiteten Piloten realisieren, ohne das gesamte Unternehmen sofort umzukrempeln.

Welche Business-Argumente überzeugen CEOs am wirkungsvollsten von Co-Leadership?

Vorstände denken in Geschäftslogik. Deshalb braucht es harte Business-Argumente, die direkt auf strategische Ziele einzahlen.

Produktivität steigern

Die Leistungsfähigkeit von Teams steigt, wenn Entscheidungen robuster werden. Co-Leadership sorgt dafür, dass Führungskräfte sich gegenseitig ergänzen und Schwächen ausgleichen. Das Ergebnis: weniger Fehlentscheidungen, effizientere Prozesse und höhere Produktivität über alle Ebenen hinweg. 

Innovationskraft erhöhen

Diverse Perspektiven führen zu besseren Ideen. Wenn zwei Führungskräfte mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenarbeiten, entstehen kreativere Lösungen. Gleichzeitig sinkt das Risiko von Innovationsfehlern, weil beide Partner Vorschläge kritisch hinterfragen. Co-Leadership macht Innovation systematischer und erfolgreicher.

Talente halten und gewinnen

Progressive Führungsmodelle sind ein entscheidender Wettbewerbsvorteil im War for Talents. High Potentials suchen nach Organisationen, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Co-Leadership signalisiert diese Bereitschaft und macht Unternehmen attraktiver für die besten Köpfe am Markt.

Resilienz & Kontinuität sichern

Die Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselpersonen ist ein unterschätztes Risiko. Wenn eine zentrale Führungskraft ausfällt, kann das ganze Bereiche lahmlegen. Co-Leadership reduziert dieses Risiko drastisch. Die Vertretbarkeit sichert Kontinuität, auch in Krisenzeiten oder bei ungeplanten Ausfällen.

Zukunftsfähigkeit der Organisation stärken

Co-Leadership passt perfekt zu agiler Transformation. Unternehmen, die langfristig wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen ihre Strukturen anpassen. Geteilte Führung bereitet Organisationen auf die Anforderungen der Zukunft vor und schafft die nötige Flexibilität.

Eine leuchtende Glühbirne wird von einer Hand gehalten und symbolisiert neue Ideen zur Einführung von Co-Leadership im Unternehmen.

Ein Lichtblick für Führung: Co-Leadership als innovative Lösung vorstellen.

Wie bereiten Sie ein überzeugendes Gespräch mit Vorstand oder CEO vor?

Die Vorbereitung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. CEOs wollen Zahlen, Logik und einen klaren Plan sehen, wenn es um Co-Leadership geht.

Schritt 1 - Schmerzpunkte des Unternehmens identifizieren

Wo brennt es aktuell? Analysieren Sie, ob hohe Fluktuation in Führungspositionen besteht, Innovationsstau herrscht oder Belastung im Führungsteam sichtbar wird. Je präziser Sie die konkreten Herausforderungen benennen, desto relevanter wird Ihr Vorschlag.

Schritt 2 - Business Case entwickeln

Erstellen Sie eine klare Rechnung: Kosten versus Kostenersparnis über Zeit. Definieren Sie messbare KPIs wie Fluktuationsrate, Fehlzeiten, Time-to-Decision und Mitarbeiterzufriedenheit. Zeigen Sie konkret, wie Co-Leadership diese Kennzahlen verbessert.

Schritt 3 - Konkretes Operating Model vorschlagen

Vorstände brauchen Klarheit. Präsentieren Sie ein detailliertes Operating Model mit definierten Rollen, Verantwortungen und Entscheidungslogik. Zeigen Sie, wer was entscheidet und wie Abstimmungen ablaufen. Das nimmt Angst vor Chaos und zeigt, dass Co-Leadership strukturiert funktioniert.

Schritt 4 - Mit einem Pilot starten

Schlagen Sie einen Piloten von drei bis sechs Monaten vor. Definieren Sie klare Erfolgskriterien, die Sie am Ende evaluieren. Ein Pilot ermöglicht es dem Vorstand, Co-Leadership zu testen, ohne sich sofort unternehmensweit festzulegen. So lässt sich moderne Führung risikoarm erproben.

Schritt 5 - Externen Impuls nutzen

Ein externer Impuls kann Türen öffnen. Eine Keynote zu New Leadership Trends schafft Offenheit im C-Level und bringt neue Perspektiven ein. Eine moderierte Diskussion hilft, Bedenken sichtbar zu machen und konstruktiv zu bearbeiten. Externe Expertise schlägt eine Brücke zwischen Strategie und Umsetzung von Co-Leadership.

Wie könnte ein realistisches Szenario aussehen, in dem ein Vorstand sich für Co-Leadership öffnet?


Der Weg zu Co-Leadership beginnt oft mit einem externen Impuls. Eine Keynote zu geteilter Führung weckt Interesse und regt zum Nachdenken an. In der anschließenden Diskussion teilen Führungskräfte spontan ihre Bedenken, und genau das ist wichtig.

Diese Bedenken werden ernst genommen. In einer moderierten Diskussion wird deutlich: Die Sorgen sind normal und lösbar. Die Führungskräfte erkennen, dass Co-Leadership eine Antwort auf echte Herausforderungen ist.

Danach folgt die Ableitung eines Pilotprojekts. HR begleitet den Prozess professionell und sorgt für die nötige Struktur. Der Vorstand entwickelt Co-Leadership als eigene Lösung - das sichert echtes Commitment.

Welche Erfolgsfaktoren führen dazu, dass Vorstände Co-Leadership langfristig unterstützen?

Damit Co-Leadership nachhaltig funktioniert, braucht es mehrere Erfolgsfaktoren. Klar definierte Rollen und Verantwortungen sind die Basis. Ohne diese Klarheit entsteht Unsicherheit.

Kommunikationsroutinen sichern den Informationsfluss zwischen beiden Führungskräften. Regelmäßige Abstimmungen verhindern Missverständnisse. Gemeinsame Werte schaffen die nötige Vertrauensbasis. Wenn beide Partner dieselben Prinzipien teilen, funktioniert die Zusammenarbeit reibungslos.

Unterstützung durch HR ist unverzichtbar für Co-Leadership. Die Personalabteilung begleitet den Prozess, schafft Strukturen und hilft bei Konflikten. Messbare Erfolgskriterien machen den Fortschritt sichtbar und erlauben kontinuierliche Optimierung.

Welche typischen Fehler sollten Sie vermeiden, wenn Sie Co-Leadership vorstellen wollen?

Einige Fehler können Ihr Vorhaben von Anfang an gefährden. Co-Leadership als reines Work-Life-Balance-Thema zu verkaufen, wirkt auf Vorstände zu weich. CEOs interessieren sich für Business-Impact, nicht für Wohlfühl-Konzepte.

Ein fehlender Business Case ist ein kritischer Fehler. Ohne harte Zahlen und ROI-Betrachtung fehlt die Grundlage für eine Entscheidung. Auch eine unklare Struktur wirkt riskant. Wenn Sie nicht präzise erklären können, wie Co-Leadership operativ funktioniert, schwindet das Vertrauen in moderne Führung.

Zu viel Fokus auf Kultur statt Wirtschaftlichkeit verfehlt die Zielgruppe. Und politische Dynamiken zu ignorieren, kann dazu führen, dass wichtige Stakeholder nicht abgeholt werden.

Warum überzeugt Co-Leadership Vorstände nicht über Emotionen, sondern über Business-Logik?

Co-Leadership ist kein emotionales Konzept, sondern ein wirtschaftlicher Vorteil. Es stärkt Innovation, sichert Talente und erhöht die Resilienz. Diese drei Faktoren sind messbar und direkt mit Unternehmenserfolg verknüpft.

Ein externer Impuls kombiniert mit einem gut strukturierten Pilot bietet einen sicheren Einstieg. Vorstände müssen keine Sprünge ins Ungewisse machen, sondern können Co-Leadership systematisch testen. Das reduziert Risiken und erhöht die Akzeptanz.

Wie unterstützt Junghans Consulting Unternehmen dabei, ihren Vorstand von Co-Leadership zu überzeugen? 

Die Einführung von Co-Leadership ist ein komplexer Transformationsprozess, der strategisches Vorgehen und fundierte Expertise erfordert. Für eine wirklich effektive Co-Leadership-Reise empfiehlt es sich, von erfahrenen Profis begleitet zu werden, die Sie gezielt unterstützen und durch den Prozess führen. Junghans Consulting steht Ihnen hierbei als kompetenter Partner zur Seite und begleitet Sie auf Ihrem Weg zu erfolgreichem Co-Leadership. Mit langjähriger Erfahrung und maßgeschneiderten Lösungen unterstützen wir Sie von der ersten Orientierung bis zur erfolgreichen Umsetzung Ihres individuellen Co-Leadership-Modells. 

Jetzt unverbindlichen Gesprächsimpuls buchen und den ersten Schritt zu Co-Leadership gehen.

Q&A 

  • Co-Leadership steigert Entscheidungsqualität, Produktivität und Resilienz und zahlt gleichzeitig auf Innovation und Employer Branding ein.

  • Nein. Geringere Fluktuation, weniger Fehlzeiten und höhere Vertretbarkeit senken langfristig Kosten und reduzieren operative Risiken.

  • Im Gegenteil: Co-Leadership führt zu qualitativ besseren und nachhaltigeren Entscheidungen. Verschiedene Perspektiven reduzieren blinde Flecken und vermeiden teure Fehlinvestitionen. Ein klares Operating Model mit definierten Rollen verhindert Redundanzen und schafft produktive Arbeitsteilung statt Doppelarbeit.

  • Ja. Gerade auf Top-Level reduziert Co-Leadership Abhängigkeiten, erhöht Kontinuität und sichert Handlungsfähigkeit in kritischen Situationen.

  • Vermeiden Sie, Co-Leadership als reines Work-Life-Balance-Thema zu verkaufen. CEOs brauchen Business-Impact. Weitere Fehler: fehlender Business Case ohne ROI-Betrachtung, unklare operative Struktur, zu viel Fokus auf Kultur statt Wirtschaftlichkeit und das Ignorieren politischer Dynamiken im Unternehmen.

  • Mit einem klaren Business Case, messbaren KPIs, einem strukturierten Operating Model und einem zeitlich begrenzten Pilotprojekt.

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